Archiv für Erfindungen

Wissen – Kanalisation

Damit nichts zum Himmel stinkt

Ballungsgebiete sind kein Phänomen der Neuzeit, auch im Altertum gab es bereits Gegenden, in denen sich auf engem Raum viele Menschen aufhielten.
Rom ist hierfür ein gutes Beispiel.

Aber die Geschichte der Großstädte reicht noch viel weiter zurück.
Im Jahr 3500 v. Chr. galt die sumerische Stadt Uruk als ein solches Zentrum menschlichen Zusammenlebens. Wo sich viele Kreaturen auf wenig Platz tummeln, fallen viele Ausscheidungen an – und die stinken dann irgendwann zum Himmel. Um diese Gerüche einzudämmen und auch Krankheiten vorzubeugen, legten die Bewohner von Uruk schon vor 2500 Jahren eine erste Kanalisation an.

Jedes Haus der Stadt war angeschlossen. Schächte führten von den Wohnstätten zu kleinen Kanälen, die ihrerseits in größere Kanäle mündeten. Die Hauptkanäle waren bei den Sumerern teilweise schon unter der Straße verlegt, ihre Kanalisation unterschied sich also gar nicht so sehr von unserer.

Wissen – Brotbackautomat

Do-it-yourself-Brot

Modeerscheinungen kommen und gehen, das haben wir alle schon mal beobachtet.  Zu diesen immer mal wieder “schwer angesagten” Dingen zählt auch das Brot-Selberbacken.

In den 1990er-Jahren war es schließlich der Brotbackautomat, der gutes Brot im Handumdrehen versprach. Plötzlich brachten alle Hersteller von Haushaltsgeräten ihre eigenen unschlagbaren Automaten auf den Markt, und jeder zweite Haushalt verfügte über solch eine Maschine.
Gelungenen Brote gab es dennoch nicht immer, weshalb die Bäckerei an der Ecke auch diesen Boom überlebt hat.

Die Geschichte des Backautomaten reicht aber deutlich weiter zurück als in die 1990er-Jahre. Die Informationen hierzu sind zwar spärlich, aber zumindest das Jahr, in dem der Automat erfunden wurde, ist bekannt: Das Patent wurde 1961 angemeldet.

Wissen – Trimm-dich-Rad

Strampeln vor dem Fernseher

Erfunden wurde dieses Sportgerät, das wirklich in jede Wohnung passt, in den späten 1960er-Jahren des letzten Jahrhunderts.

Zwei Firmen streiten sich darum, wer der Erste gewesen sein mag.
Darf man den Prospekten der Unternehmen Glauben schenken, müsste eigentlich Life Fitness die Nase vorn haben. Diese Firma brachte nämlich ihr “Lifecycle” Fahrradergometer 1968 auf den Markt. Das Sportgerät mutete für die damalige Zeit recht futuristisch an und dürfte eher der Prototyp der aufwendigen Geräte sein, die mittlerweile in jedem Fitnesscenter zu finden sind.
Ein Jahr später folgte ein finnisches Produkt, das Tunturi  W1, auch als erstes Fahrradergometer der Welt angepriesen. Dieses Fahrrad für den Heimgebrauch ähnelt den Geräten, die viele von uns zu Hause stehen haben, weitaus mehr.

Insofern möchte man eigentlich beiden Firmen irgendwie recht geben, da sie ganz unterschiedliche Zielgruppen bedienten.

Wissen – Mikrowelle

Ein Klumpen geschmolzener Schokolade

Die Erfindung des Mikrowellenherdes geht auf einen Zufall zurück.

Der Amerikaner Percy L. Spencer (1894-1970) arbeitete in den 1940er-Jahren in einer Fabrik, die in erster Linie Ersatzteile für Radaranlagen lieferte. Um derartige Anlagen betreiben zu können, benötigte man ein sog. Magnetron, eine Vakuumröhre, in der elektomagnetische Wellen im Mikrowellenbereich erzeugt werden.

Eines Tages stand Spencer vor einer solchen Maschine, die gerade in Betrieb war. Nach einiger Zeit musste er feststellen, dass der Schokoriegel in seiner Tasche geschmolzen war. Die Neugier siegte über den Ekel, und Spencer begann systematische Experimente mit anderen Lebensmitteln.

Sie zeigten schließlich, dass ein Magnetron wirklich in der Lage ist, Gegenstände zu erhitzen, ja sogar Speisen zu kochen. Das Grundprinzip des Mikrowellenherdes war gefunden.

Wissen – Beatmungsgerät

Luft aus der Maschine

Bis zu Beginn des 20. Jhdts. bestand für Menschen, deren Atmung plötzlich ausfiel, nur wenig Hoffnung auf ein Überleben.

Dies änderte sich erst im Jahr 1920, als der amerikanische Ingenieur Philip Drinker die “Eiserne Lunge” erfand. Dabei handelt es sich um einen großen Tank, in dem der Patient bis zum Hals luftdicht eingeschlossen wird. Im Tank wird zunächst Unterdruck erzeugt, der Luft in die Lunge saugt. Danach sorgt die Maschine für einen Überdruck, der sie wieder hinauspresst.

Die Erfindung dieser Maschine bedeutete zwar einen Riesenfortschritt, für die Patienten war damit aber noch lange nicht alles in Butter, wie auch Forrest M. Bird (geb.1921), der Erfinder des modernen Beatmungsgeräts, in seiner Patentschrift anmerkt:
“Bei mechanischen Beatmungsgeräten ist der Patient von den Limitationen des Gerätes abhängig. Einige haben nicht einmal eine Vorrichtung zur Verhinderung eines Lungenkollapses oder eines drohenden venösen Rückflusses.”

Bird ließ sein erstes Beatmungsgerät im Jahr 1955 patentieren. Diese kleine Maschine – sie war nicht größer als ein normaler Schuhkarton – konnte sich in den Krankenhäusern binnen kürzester Zeit durchsetzen. Durch sie konnte beispielsweise die auf Atembeschwerden zurückgehende Kindersterblichkeit von 70% auf 10% gesenkt werden.

Zehn Jahre nach dieser ersten Maschine brachte der Ingenieur das Gerät Bird Mark 7 auf den Markt. Es wird in vielen Krankenhäusern noch heute eingesetzt.

Wissen – Parkuhr

Park-O-Meter

Ersonnen wurde dieses Gerät von Carl Magee (1873-1946) in Oklahoma City.
Eigentlich war Magee Chefredakteur einer örtlichen Zeitung und hatte mit dem Straßenverkehr bzw. mit den lästigen Dauerparkern nicht viel am Hut. Doch er wurde in einen Ausschuss berufen, der sich genau mit diesem Problem beschäftigen sollte.

Schnell merkte er, dass man damit auch gutes Geld verdienen konnte, und Magee gründete die Dual Parking Meter Company. 1935 meldete er seine Erfindung, die Parkuhr, zum Patent an. Kurz darauf orderte  die Stadtverwaltung von Oklahoma die ersten 150 Exemplare, die dann auch sofort an geeigneten Orten aufgestellt wurden.

Es dauerte übrigens einen Monat, bis das erste Bußgeld gegen einen Dauerparker, der seinen Obulus nicht entrichtet oder die Parkzeit überschritten hatte (das ist nicht mehr überliefert), verhängt werden konnte.
Es traf einen gewissen Referend North, der somit eine unrühmliche Vorreiterrolle einnimmt, die allerdings nicht ausreicht, um einen Platz in den Geschichtsbüchern zu sichern.

Wissen – Papier

Ein chinesisches Geheimnis

Ts`ai Lun (ca. 50-120) präsentierte – so wird es überliefert – dem Kaiser Han Ho Ti im Jahr 105 einige Blatt Papier.

Dieses seltsame Material hatte er aus Rindenbast, Hanfabfällen, alten Fischernetzen und Lumpen produziert, indem er alles zerkleinerte, mit Wasser zu einem Brei vermischte und dann auf ein Bambussieb  schöpfte.  Nun musste der Brei nur noch trocknen, und das Papier war fertig.

Er konnte seinen Herrscher von der Erfindung überzeugen und lebte so lange Zeit als erfolgreicher Offizier, der über genug Geld und Personal verfügen konnte, um die Papierherstellung zu entwickeln und weiter voranzutreiben. Durch eine Intrige am Hof fiel Ts`ai Lun in Ungnade und setzte seinem Leben mit Gift ein Ende.

Das Geheimnis um die Papierherstellung konnten die Chinesen noch mehrere Jahrhunderte geheim halten. Doch dann fiel es den Arabern in die Hände, und die Kunst der Papierherstellung wurde langsam auch in der restlichen Welt bekannt.

Wissen – Mixer

mixerMauerblümchen in der Küche

Es gibt ein paar Erfindungen, über die sich spektakuläre Geschichten erzählen lassen. Andere Erfindungen dagegen kommen da eher bodenständig hervor. Sie wurden irgendwann einmal gemacht, weil die Erfindung einfach überfällig war, gelangten in den Handel und wurden mit der Zeit zum festen Inventar eines jeden Haushalts.

Zu diesen Mauerblümchen unter den Erfindungen zählt auch der Mixer bzw. das Handrührgerät.
Ungemein praktisch ist diese handliche Maschine (wer schon einmal versucht hat, Sahne mit der Hand zu schlagen, weiß den Mixer sehr zu schätzen), erfunden wurde sie in den 1920er-Jahren.

Wer allerdings die geniale Idee hatte, zwei Rührbesen von einem Motor antreiben zu lassen, ist heute nicht mehr bekannt.

Der Klassiker in deutschen Küchen dürfte der Krups 3 Mix von 1959 sein.

Wissen – Joystick

Daddeln, bis der Stick bricht

Ursprünglich bereitete der Joystick nur wenig Freude, denn seine Wurzeln liegen in militärischen Bereich.
Neben seinem Einsatz als Steuerknüppel von Flugzeugen wurden im Zweiten Weltkrieg insbesondere spezielle Raketen und Bomben mit einem Joystick zu ihren Zielen beordert.

Nun wenden wir uns lieber den zivilen Anwendungen zu, besonders dem Bereich, in dem Joysticks mittlerweile die größte Verbreitung finden: der Computertechnologie
Hier kann man nämlich den Beginn der Joystick-Ära auf das Jahr 1972 datieren.

Damals brachte die Firma Magnavox den sogenannten Controller Odyssey, eine recht klobige Box mit drei Drehknöpfen und einer Drucktaste, heraus. Mit den heute erhältlichen Geräten wies er nicht die geringste Ähnlichkeit auf.

In der 9-Pin-Ära, die Computerspezialisten in den Jahren 1982-1985 verorten, kamen Joysticks auf den Markt, deren Äußeres schon wesentlich futuristischer gestaltet war. Diese Geräte verkauften sich natürlich recht gut, denn jeder Computerfreak, der etwas aus sich hielt, musste einen Joystick auf dem Schreibtisch stehen haben.

Heutzutage besitzen die Geräte häufig so viele Funktionen, dass es ähnlich schwer ist sie zu bedienen, wie mit zehn Fingern auf einer normalen Tastatur einen Text zu schreiben.

Quizfrage des Tages 29.04.2009 – Mit welcher Erfindung wurde Christopher Cockerell berühmt?

  1. mit dem Gleitboot
  2. mit dem Katamaran
  3. mit der Dampfturbine
  4. mit dem Luftkissenboot

Die Antwort lautet!